Donnerstag, 7. Februar 2013

Forschungsprojekt



Update 1.12.2015 / 15.1.2017 / 16.6.2017: Wissenschaftliche Publikationen zum WBGU-Transformationscomic:

Eigene Arbeiten über den Comic (Evaluierung):

Leinfelder, R. (2014, coord.): Abschlussbericht zum BMBF-geförderten Projekt: „Das WBGU-Transformations-Gutachten als Wissenschaftscomic: Ein Kommunikationsprojekt zu alternativen Wissenstransferansätzen für komplexe Zukunftsthemen“ (Projekt-Nr. FKZ 01WJ1213).- 67 S. (Teil 1, Bericht) + 192 S. (Teil 2: Anlagen 1-12) + Teil 3 (Anlage 13, Transformationscomic, siehe Hamann et al. 2013) (unveröffentlichter Projektbericht)
Für registrierte Researchgate-Mitglieder: Teil 1, Teil 2 

Leinfelder, R. (2014): Das WBGU-Transformations-Gutachten als Wissenschaftscomic: Ein Kommunikationsprojekt zu alternativen Wissenstransferansätzen für komplexe Zukunftsthemen – Ergebnisübersicht.- 8 S., SciLogs – Der Anthropozäniker (Spektrum der Wissenschaft) - Vorabpublikation;  
http://www.scilogs.de/der-anthropozaeniker/trafocomicprojekt bzw. http://doi.org/10.13140/2.1.1973.0728

Leinfelder, R. & Hamann, R. (2017, im Druck): Das WBGU-Transformations-Gutachten als Sachcomic – 
ein neuer Wissenstransferansatz für komplexe Zukunftsthemen? - In: Heydenreich, C. (Hg): Comics & Naturwissenschaften, Bachmann-Verlag. ISBN 978-3-941030-47-3 > Verlagswebseite

siehe auch:

Leinfelder, R., Hamann, A. & Kirstein, J. (2015): Wissenschaftliche Sachcomics: Multimodale Bildsprache, partizipative Wissensgenerierung und raumzeitliche Gestaltungsmöglichkeiten.- in: Bredekamp, H. & Schäffner, W. (Hrsg.)(2015): Haare hören, Strukturen wissen, Räume agieren. Berichte aus dem Interdisziplinären Labor Bild-Wissen-Gestaltung, S. 45-59, Bielefeld (transcript-Verlag); ISBN 978-3-8376-3272-9
open access online-Version des gesamten Buches siehe http://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-3272-9/haare-hoeren-strukturen-wissen-raeume-agieren

Beforschung des Comics durch andere:

Hollerweger, Elisabeth & Stemmann, Anna (2014): Wenn möglich, bitte wenden : Klimawandel als Makrothema einer Bildung für nachhaltige Entwicklung im medienintegrativen Deutschunterricht am Beispiel des Comics 'Die große Transformation'. In: Petra Josting & Ricarda Dreier (Hrg.): Lesefutter für Groß und Klein : Kinder- und Jugendliteratur nach 2000 und literarisches Lernen im medien-integrativen Deutschunterricht, S. 169-177. München: kopaed, 2014. (kjl&m 14. extra), ISBN 978-3-86736-182-8 http://www.kopaed.de/kopaedshop/index.php?pg&pid=911

Sabban, Annette (2015): Vom wissenschaftlichen Gutachten zum Sachcomic: Strategien der Popularisierung und der Adaption in Die Große Transformation. Klima - Kriegen wir die Kurve? - In: Mälzer, N. (Hg): Comics - Übersetzungen und Adaptionen, S. 321-335, Frank & Timme, Berlin, ISBN 978-3-7329-0131-9 (> Blick in den Artikel via google books)

Zemanek, Evi (2017): "Climate change is real." - "Kriegen wir die Kurve?" - "Je n'y crois pas". Wissenspopularisierung und Appell im deutschen, englischen und französischen Sachcomic zum Klimawandel. In: Christiane Solte-Gresser u. Claudia Schmitt (Hgs), Literatur und Ökologie. Neue literatur- und kulturwissenschaftliche Perspektiven,  S. 547-562,  Aesthesis-Verlag, Bielefeld, ISBN 978-3-8498-1102-0  siehe hier).

siehe auch: Packard, Stephan  (2014): Wie können Comics politisch sein? Aus Politik und Zeitgeschichte, 33/34 (2014), Bundeszentrale für Politische Bildung.  > Online-Version

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Unser WBGU-Comic ist wesentlicher Teil eines wissenschaftlichen Projektes. Es nennt sich etwas sperrig:

Das WBGU-Transformations-Gutachten als Wissenschaftscomic: Ein Kommunikationsprojekt zu alternativen Wissenstransferansätzen für komplexe Zukunftsthemen

Ein nachhaltiger Beitrag zum Wissenschaftsjahr 2012 „Zukunftsprojekt Erde“


Projektposter auf dem 6. Forum Wissenschaftskommunikation, Karlsruhe, Nov. 2013


Worum geht es uns?

So stand das in etwa im Forschungsantrag: 

Die großen Herausforderungen der Gesellschaften sind heute überaus komplexer Natur und daher nicht mehr sektoral, sondern nur basierend auf inter- und transdisziplinärer systemischer Forschung analysierbar. Erarbeitete Lösungsvorschläge können ebenfalls nicht top-down umgesetzt werden, sondern erfordern breiten gesellschaftlichen Dialog und Konsens. Um dies zu ermöglichen, müssen wissenschaftliche Ergebnisse und wissenschaftspolitische Empfehlungen weithin nicht nur bekannt, sondern auch legitimiert werden. Dies stellt eine neue Herausforderung für die Wissenstransfersysteme dar, sowohl für schulische Bildung  als auch außerschulische Weiterbildung.

Ein in der Jugend und Erwachsenenwelt wieder neu reflektiertes Medium sind Cartoons, auch graphic novels genannt. Cartoons waren in Form von Karikaturen schon immer ein probates Mittel, um politische Sachverhalte in Zeitungen oder Zeitschriften zuzuspitzen. Auch schwierige klassische Literatur wird bereits als graphic novel aufbereitet, etwa von Suhrkamp oder Süddeutsche Verlag.
Als Medium zum Transport wissenschaftlicher Inhalte sind sie bislang in Deutschland jedoch nur wenig genutzt worden. Meist umfasst diese angeblich „kindgerechte“ Umsetzung einfache Inhalte für Vor- und Grundschulalter. In der Jugend- und Erwachsenenbildung galt dies bislang jedoch eher als ungeeignet, da nicht seriös genug.

Im Projekt soll anhand der Inhalte des überaus gesellschaftsrelevanten aktuellen Transformationsgutachten des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen  zum ersten Mal ein wissenschaftliches Politikberatungsgutachten als Comic umgesetzt werden, um die wesentlichen Ergebnisse einem möglichst breiten Publikum zu kommunizieren. Wir setzen dabei insbesondere auf Authentifizierung durch Personifizierung und wollen die Beiratsmitglieder und die Inhalte daher in dem in Buchform gestalteten Comic mit Hilfe „Graphic Interviews“ darstellen.

Darstellung der bisherigen Forschungsergebnisse zum Comic durch Reinhold Leinfelder auf dem
Forum Wissenschaftskommunikation Karlsruhe, Nov. 2013


Wir wollen dann anhand des Comic- Buchs in begleitender Forschung untersuchen, inwieweit die Form des Comic bzw. des gezeichneten Journalismus tatsächlich geeignet ist, komplexe Sachverhalte auch in geeigneter Weise zu vermitteln. Dies ist bisher noch kaum wissenschaftlich analysiert worden. Hierzu soll die Rezeption und Eignung des Buchs durch geeignete empirische Untersuchungen erfasst und bewertet werden.  Wir arbeiten dazu mit Didaktikern zusammen ,  haben Masterarbeiten vergeben, gehen in Schulen, interviewen Spezialisten für Zukunftsthemen , die werten Medienberichte aus und gaben insbesondere auch jedem Leser und jeder Leserin die Möglichkeit , an einer online-Umfrage (seit 3.11.2013 beendet) teilzunehmen.

Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie von der Freien Universität Berlin gefördert, es ist in die Arbeitsgruppe Anthropozänforschung der FU integriert und wird an der FU sowie mit vielen Kooperationspartnern (Didaktik der Biologie der Humboldt-Universität zu Berlin, Exzellencluster Bild-Wissen-Gestaltung Berlin, Rachel Carson Center München, Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung des Landes Berlin uvm.) durchgeführt.  Die Federführung hat Prof. Dr. Reinhold Leinfelder.

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10.5.2014: Zwischenzeitlich ist das Forschungsprojekt abgeschlossen und der Forschungsbericht intern erstellt. Publikationen werden derzeit vorbereitet. Eine Übersichtspublikation zur Ergebnislage ist bereits online verfügbar. Nachfolgend finden Sie das Quintessenz-Kapitel daraus:

Aus: Leinfelder, R. (2014): Das WBGU-Transformations-Gutachten als Wissenschaftscomic: Ein Kommunikationsprojekt zu alternativen Wissenstransferansätzen für  komplexe Zukunftsthemen – Ergebnisübersicht.- 8 S., SciLogs – Der Anthropozäniker (Spektrum der Wissenschaft). 
http://www.scilogs.de/der-anthropozaeniker/trafocomicprojekt  bzw.
http://doi.org/10.13140/2.1.1973.0728

Nachtrag vom März 2015: Mehr zu Forschung rund um unsere Comicprojekte:
Leinfelder, R., Hamann, A. & Kirstein, J. (2015 in press): Wissenschaftliche Sachcomics: Multimodale Bildsprache, partizipative Wissensgenerierung und raumzeitliche Gestaltungsmöglichkeiten.- in: Bild Wissen Gestaltung (Hrsg.)(2015): Jahrestagung 2014 »Bild Wissen Gestaltung. Ein interdisziplinäres Labor« – Bilderwissen, Wissensstrukturen & Gestaltung als Synthese. Berlin. Online first version, http://doi.org/10.13140/2.1.3808.0800 

Die Quintessenz: Mission Accomplished?

Nicht nur Comics allgemein, sondern auch Sachcomics im Speziellen sind ein weites und noch nicht sehr gut erforschtes Feld, obwohl der Trend zur (Sach-)Comicforschung zunehmend ist (vgl. Dolle-Weinkauf 1990, McCloud 1993, Versaci 2001, Alves et al. 2007, Jacobs 2007, Yang 2008, Jüngst 2010, Hangartner et al. 2013, Mahrt et al. 2013). Jüngst (2010) empfiehlt, bei Sachthemen eindeutig erkennbare Genres einzuhalten, um den Leser bei seiner persönlichen Comicerfahrung abzuholen und nicht zu verwirren. Besonders komplexe Themen hält sie für nicht geeignet, um in Form von Sachcomics behandelt zu werden. In ihrer später vorgenommenen Bewertung des Transformationscomics hält Jüngst dieses Projekt jedoch dennoch für überaus geglückt (Jüngst 2013). Damit revidiert die ausgewiesene Sachcomic-Expertin in gewisser Weise ihre eigene frühere Einschätzung, da der Transformationscomic ja ein sehr komplexes Thema behandelt. Um diese hohe Komplexität übersichtlich zu gestalten,  war es also auch rückwirkend betrachtet sehr sinnvoll, die generelle Gliederung des zugrundeliegenden Gutachtens zu durchbrechen und strikt in historische Einleitung, ein Übersichtskapitel, die Problemanalyse-Kapitel, ein Mutmacher-Kapitel, und mehrere Lösungsansatz-Kapitel (Technologie, Globale Kooperation, Finanzierung, Politik) sowie ein finales, gesellschaftliches Involvementkapitel klar zu differenzieren. Einige Leser bzw. Testpersonen vermissten allerdings comic-typischere Narrative. Auch die Personalisierung und die Authentifizierung erscheinen geglückt, wenn auch einige wenige Befragte dies anders sahen. Insgesamt zeigen alle Umfrageergebnisse und Diskussionen nicht nur mit Lesern, sondern auch mit Wissenschaftlern und Comic-Spezialisten, dass hier Meinungen und Einschätzungen doch sehr weit divergieren können. So sind viele von den geschilderten Arbeitsumgebungen der Protagonisten angetan, einige halten dies für eher langweilig. Die Illustrationen und Umsetzungen der Infografiken halten viele für sehr gelungen, einige wenige kritisieren sie. Emotionale Zugänge sind vorhanden, etliche finden sie zu gering entwickelt, anderen sind sie bereits zu stark und damit manipulativen Charakters. Die meisten halten die Verkürzung der Texte auf Sprechblasen und kurze Kastentexte für gelungen und beurteilen die Texte als sachlich, jedoch gut verständlich. Manchen sind sie zu komplex, einigen zu langweilig.

Da kein Buch, sei es Sachbuch oder Prosa nur Gefallen finden kann und da bei grafischen Formaten die Meinungen gerne noch weiter auseinandergehen, ist wegen der doch deutlich überwiegend positiven Kritik und Einschätzung aller befragten, rezensierenden oder wissenschaftlich (etwa im Rahmen von Masterarbeiten) daran arbeitenden Personen das Projekt aus unserer Sicht als insgesamt sehr erfolgreich anzusehen. Ein Vorbehalt gilt jedoch weiterhin. Auch insgesamt sehr positiv einschätzende Personen, wie etwa die Studierenden der Geographie oder die am Projektunterricht beteiligten Schüler sahen die Inhalte zwar richtig und verständlich wiedergegeben, die Lektüre zum Denken anregend und Mut auf Beteiligung machend. Dennoch meinten etliche dieser Personen bei entsprechenden Fragen auch, dass Comics allgemein zu „flach“ oder zu „unseriös“ seien, was die Geschichte der Sachcomics sowie ihre aktuelle Vielfalt verkennt und wohl teilweise deutschlandspezifisch ist, da Deutschland etwa im Unterschied zu den USA, Frankreich oder Japan über eine nur mäßig ausgeprägte Comic-Kultur verfügt. Obwohl Jüngst (2013) meint, der Transformationscomic „widerlegt sehr schön die ad nauseam wiedergekäute These, dass Comics Analphabetenliteratur seien“, sitzt das entsprechende Vorurteil dennoch weiterhin bei vielen weiterhin tief. Gefördert werden kann der Eindruck auch dadurch, dass etliche sehr interessante Sachcomics, etwa zum Thema Plastikmüll in den Ozeanen zwar künstlerisch wertvoll sind und auch konkrete hilfreiche Problembeschreibungen liefern, jedoch hohe Anteile an fiktionalen Elementen beinhalten, in dem sie etwa „echte“ Superheroes (z.B. Harris & Morazzo 2013) oder fiktionale Technologien wie die eines auf Plastik spezialisierten Magneten, welcher Plastik aus dem Meer ziehen kann, darstellen (Klobouk 2012).
Darüber hinaus erinnern sich die meisten Leser an viele fiktionale klassische Unterhaltungscomics, in denen Wissenschaftsintegration ohne Wahrheitsanspruch verwendet wurde oder wird. Zu nennen wären hier etwa Daniel Düsentrieb aus den Donald Duck-Comics, Superman, Batman und ähnliche Superheldengeschichten, aber auch das gesamte Science-Fiction Comic Genre.
In diesem Kontext - und unterstützt durch alle erarbeiteten Ergebnisse - sind wir in Anlehnung, aber auch Modifikation der Thesen von Jüngst (2010) sowie der Kriterien zur Erstellung journalistischer Comics von Plank (2013) der mit diesem Projekt begründeten Ansicht, dass die Vermittlung komplexer, zukunftsrelevanter Wissenschaftsthemen in Verbindung mit transdisziplinären Elementen, wie Handlungsempfehlungen, darunter auch Empfehlungen zur Werteveränderung gelingen kann, wenn
  • fiktionale Elemente vermieden bzw. bestenfalls als Gimmicks oder sich eher zurücknehmende Sidekicks verwendet werden,
  • die Ansprüche an Authentizität und Dokumentation ähnlich hoch wie bei wissenschaftlichen Veröffentlichungen und mindestens so hoch, wenn nicht höher als bei sehr gut recherchierten klassischen Medienartikeln sind,
  • die Texte dennoch leicht verständlich, jedoch nicht simplifizierend sind,
  • die Illustrationen ästhetisch, aber auch leicht erkennbar, mit einer klaren Tendenz zu realitätsnahen Darstellungen gestaltet werden,
  • Text und Bildsequenzen sich in geeigneten Fällen zwar komplementär verhalten können, gerade bei schwierigen Passagen sich jedoch eher gegenseitig stützend, also verstärkend verhalten sollten,
  • bei komplexen Sachcomics emotionale Elemente sowohl in Wort als insbesondere auch im Bild zwar verwendet werden sollten, insgesamt jedoch eher zurückhaltend einzusetzen sind,
  • der Leser nicht mit einer Situationsanalyse allein zurückgelassen wird, sondern konkrete Handlungsoptionen zumindest diskutiert werden und sich der Leser hierbei einbezogen fühlt.
Insgesamt kann auch aufgrund unserer Untersuchungen angenommen werden, dass die Behandlung komplexer Zukunftsthemen komplexes, vielschichtiges Lernen in der Schule befördern, sofern ein geeignetes Medium, wie etwa ein dem Transformationscomic entsprechender Sachcomic als Ausgangsmaterial verwendet wird. Nach Yang (2003) und weiteren Autoren ergeben sich gerade durch (Sach-) Comics Vorteile für die Bildung und Wissenskommunikation. So sind Comics
  • motivierend: positiver Zugang, Bildsprache ggf. tief im Menschen verwurzelt (Beispiele Trajansäule, Teppich von Bayeux, Altamira etc.)
  • visualisierend: „puts a human face on a given subject“ (Versaci 2001), baut eine persönliche, emotionale Verbindung zwischen Leser und Charakteren eines 
Comics. Erleichtert das Lesen uvm.
  • permanent: im Unterschied zu Film gibt der Leser die Geschwindigkeit des Vorankommens vor, hat Vor- und Rückschaumöglichkeiten, verordnet Zeit räumlich (McCloud 1993), „slow media“
  • intermediär: vermittelt zwischen Text und Bild, zwischen verschiedenen Disziplinen und Konzepten (z.B. Versaci 2001)
  • populär: überbrückt die Kluft zwischen Leben innerhalb und außerhalb der Schule (Morrison et al. 2002), erlaubt Schülern das Studium aktueller Lebensstile, Mythen und Werte (Brocka 1979)
Im Schulunterricht geht es um den Erwerb vielfältiger Kompetenzen, wie Kulturfähigkeiten (z.B. Schreiben, Lesen, Rechnen), Information (z.B. Verfügungswissen, Bildungswissen), handwerklichem Können (z.B. Spielen von Musikinstrumenten), sozialen Umgangsformen (z.B. sprachlicher Auseinandersetzung), aber auch von gefühlsmäßigen Einstellungen, grundsätzlichen Haltungen, Werten, Ich-Bewusstsein, Identität und Selbstwirksamkeit. Wir postulieren, dass die Behandlung des Transformationsthemas im Unterricht mit Hilfe des Transformationscomics sowie der Lehrerhandreichungen (insb. bei Verwendung der Design-Thinking-Methode, Plattner et al. 2009, Zea-Schmidt & Hamann 2013) den Erwerb multimodaler Fähigkeiten insgesamt unterstützen kann (vgl. auch Jacobs 2007). So könnten Kulturfähigkeiten etwa durch das Üben vom Umgang mit Visionen und Wahrscheinlichkeiten, Informationsfähigkeiten durch Einüben von vernetztem Wissen, handwerkliches Können durch gestalterische Fähigkeiten aus dem Projektunterricht und soziale, emotionale und normative Fähigkeiten durch eigene empirische Datenerfassung (z.B. in Interviews oder partizipativen Projekten), Rollenspiele, Entwicklung von Prototypen sowie Umsetzung von Projekten basierend auf dem Transformationscomic entwickelt und erweitert werden.

Das Projektteam:
Prof. Dr. Reinhold Leinfelder (Projektleitung), Alexandra Hamann, Claudia Zea-Schmidt; die Illustratoren Jörg Hartmann, Jörg Hülsmann, Iris Ugurel, Robert Nippoldt, Christine Goppel, Astrid Nippoldt; alle WBGU-Beiräte der 5. Berufungsperiode (1.11.2008-28.2.2013); Dr. Hauke Hellwig, Anneli Rost, die Masterarbeitsautoren Susanne Knorr, Robert Koch, Robert Reile; die Referendare Nicola Leu, Steffen Sladek, sowie viele weitere Beteiligte (siehe Leinfelder 2014).
Das Projekt wurde mit finanzieller Unterstützung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, die Freie Universität Berlin durchgeführt. Die Erstellung der Lehrerhandreichungen wurde durch finanzielle Unterstützung der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft des Landes Berlins ermöglicht.
© R. Leinfelder 2014

 Den ganzen Artikel lesen (incl. der Kapitel Disseminationswege, Forschungsmethodik, Zusammenfassung der Ergebnisse und Empfehlungen,  Literaturverzeichnis sowie 6 Abbildungen): 
>> als pdf-Version 

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Einen Fachartikel speziell für die Verwendung unseres Comics im Deutschunterricht gibt es nun auch:

Hollerweger, Elisabeth & Stemmann, Anna (2014): Wenn möglich, bitte wenden : Klimawandel als Makrothema einer Bildung für nachhaltige Entwicklung im medienintegrativen Deutschunterricht am Beispiel des Comics 'Die große Transformation'. In: Petra Josting & Ricarda Dreier (Hrg.): Lesefutter für Groß und Klein : Kinder- und Jugendliteratur nach 2000 und literarisches Lernen im medien-integrativen Deutschunterricht, S. 169-177. München: kopaed, 2014. (kjl&m 14. extra)
http://www.kopaed.de/kopaedshop/index.php?pg&pid=911 

Update vom 1.12.2015: weitere wissenschaftliche Arbeiten zum Comic am Beginn dieser Seite.

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*Die  Online-Umfrage ist seit 3.11.2013 beendet. Zu den Ergebnissen siehe oben- zusätzlich freuen wir uns über Ihr persönliches Feedback an:   
   evaluierung(at)die-grosse-transformation.de